Therapie:

Aus den verschiedensten Gründen können oder wollen Besitzer ihre Pferde nicht wochen- bis teilweise monatelang  zur Therapie in spezialisierte Kliniken oder Reha-Zentren schicken.

Ich führe daher alle Behandlungen, insbesondere Langzeittherapien, vor Ort an Ihrem Stall durch.

Nicht nur die Besitzer, auch die Pferde selbst, wissen dieses mobile Praxiskonzept sehr zu schätzen. Die meisten Pferde sind „Zuhause“ weit ausgeglichener und entspannter und damit in den Therapien kooperativer. Darüber hinaus erzielen Langzeittherapien, wie etwa die Bewegungstherapie, umso mehr positiven Effekt, je mehr sie in den täglichen Alltag Ihres Pferdes eingebunden und als gesundheitserhaltende Routine etabliert werden. 

 

Behandlungsablauf:

  • Ausführliche Anamnese unter Einbeziehung der gesamten bisherigen Krankengeschichte und (falls vorhanden) bislang erhobener Befunde (Röntgen-/CT-Bilder, sonographische Befunde, Operationsberichte….)
  • Bei Bedarf Rücksprache mit den bislang behandelnden Kollegen/Chirurgen
  • Allgemeine Untersuchung, ggf. Lahmheitsuntersuchung
  • Körperhaltungs- und Gangbildanalyse (soweit in den einzelnen Gangarten in Bezug auf die Erkrankung/Verletzung möglich)
  • Palpation des gesamten Bewegungsapparates
  • Falls nötig: weiterführende Diagnostik, ggf. Überweisung an spezialisierte Kollegen für weiterführende Untersuchungs-/bildgebende Verfahren
  • Erstellen des Behandlungskonzeptes und Therapieplanes gemeinsam mit dem Besitzer
  • Durchführung der individuell erforderlichen Behandlung(en)
  • Eingehende Anleitung des Besitzers in den für den Patienten individuell therapiebegleitenden Techniken der passiven/aktiven Bewegungstherapie
  • Folgebehandlung(en)

 

Bitte beachten Sie, dass die Patienten für die Untersuchung und Behandlung zumindest einigermaßen sauber, in jedem Fall aber trocken sein sollten (ggf. eindecken).

 

Für die Behandlung selbst reicht ein beleuchteter, trockener, ebener und im Idealfall ruhiger Ort (z.B. Anbindeplatz) aus. Für Lahmheitsuntersuchungen und Gangbildanalysen benötigen wir ein wenig Platz auf ebenem, rutschfestem Untergrund.

Nach manuellen Behandlungen sollte der Patient etwa 2 Tage ruhen. Gemütliches Spazierengehen ist (abhängig vom Krankheitsbild) in diesen beiden Tagen zumeist natürlich erlaubt (und sogar erwünscht)

Terminvereinbarung bitte telefonisch unter:   0179 – 109 54 54

(Sollten Sie mich nicht erreichen, weil ich gerade Patienten behandle, gerne auch per WhatsApp)

 
 

Der Bewegungstherapie gilt das Hauptaugenmerk meiner täglichen Arbeit mit Pferden. Sie ist in den meisten Fällen das Kernstück des Therapie- und Behandlungsplanes und stellt für mich tatsächlich den direktesten Weg vom kranken zum gesunden Pferd dar.

Warum ist das so? Ganz einfach: Pferde sind nun mal von Natur aus Bewegungstiere, die in freier Wildbahn täglich Strecken bis zu 20km zurücklegen und dabei bis zu 18 Stunden pro Tag mehr oder weniger in Bewegung sind. Die gesamte Anatomie, Physiologie und auch Mentalität von Pferden ist daher auf kontinuierliche Bewegung ausgelegt. Wird die Kontinuierliche Bewegung unterbunden, durch Schmerz oder Krankheit beeinträchtigt, oder dauerhaft durch „falsche“ Bewegungsabläufe ersetzt, gerät die gesamte Physiologie des Pferdes aus den Fugen. Ähnlich einem Uhrwerk kann ein Pferdekörper nur gut und richtig funktionieren, wenn alle (auch noch so kleinen) Teilchen entsprechend ihrer angedachten Funktion  arbeiten und zueinander im Gleichgewicht stehen.

 

Dauerhaft gesund werden und bleiben kann ein Pferd daher nur, wenn es sich auch dauerhaft gesund bewegt!

Die Spannbreite der Bewegungstherapie ist riesig! Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Gehen wir daher zur Verdeutlichung, der Einfachheit halber, einmal von den beiden krassesten Extremen aus:

  • Bewegungstherapie findet an einem Pferd statt, das (vielleicht sogar unter Sedation) mehrere Wochen bis Monate auf Grund einer schweren Verletzung (Sehnenschaden, Fraktur…) absolute Boxenruhe einhalten muss. Täglich werden physiotherapeutisch seine einzelnen Körperteile im Stehen vorsichtig passiv bewegt, um Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung zu halten und hochgradigem Muskelschwund und Wassereinlagerungen entgegenzuwirken
  • Bewegungstherapie findet aber auch an einem völlig gesunden, hochausgebildeten Dressurpferd während der Trainingsphase statt. Das Pferd wird mittels gezielter Übungen darin unterstützt Tragkraft, Schubkraft, Versammlung und Kadenz aus seinen natürlichen Bewegungen heraus so zu optimieren, dass es sich noch stolzer, freier, schöner und erhabener präsentieren kann

Bewegungstherapie findet also, angepasst an den Gesundheitszustand des Patienten, sowohl am stehenden, als auch am sich bewegenden Pferd statt. Dabei unterscheidet man zwischen:

Passiver Bewegungstherapie: die Bewegungen werden vom Therapeuten durchgeführt (ohne Krafteinsatz des Pferdes)

Aktiver Bewegungstherapie: der Patient führt die Bewegung unter Krafteinsatz selbst aus

 

Modifikation von Bewegung:

Prinzipiell dient die Bewegungstherapie immer dazu, die individuellen Schwächen eines Pferdes auszugleichen, egal ob sie angeboren, durch Krankheit/Verletzung erworben, aus Bewegungsmangel oder Überbeanspruchung entstanden oder durch falsches Training (heißt: nicht zur Anatomie/Physiologie/Mentalität/Begabung des Pferdes passend) etabliert wurden.

Das Pferd wird individuell darin unterstützt und angeleitet Fehl- und Schonhaltungen aufzugeben, schädliche Bewegungsabläufe durch gesunde zu ersetzten, körperlich und mental in Balance zu kommen und ganz entscheidend: anhaltend (wieder) Freude an der Bewegung zu entwickeln!

 

Eine  wichtige Rolle spielt dabei oft die Arbeit gegen das Schmerzgedächtnis. Wenn ein Körperteil lange genug wehgetan hat, oder eine bestimmte Bewegung immer wieder Schmerzen ausgelöst hat, wird ein Pferd alles tun, um diesen Schmerz zu vermeiden. Selbst wenn der Schmerz, nach erfolgter Heilung gar nicht mehr existiert, die Angst, dass es doch wieder schmerzhaft werden könnte, ist sehr real! Ähnlich wie wir Menschen schonen Pferde z.B. ehemals verletzte Gliedmaßen, quasi vorsichtshalber, noch monatelang, obwohl überhaupt kein Grund mehr dafür besteht.

 

Die Techniken der Bewegungstherapie in der Pferdemedizin basieren auf den traditionellen Techniken und Lektionen der klassischen Reit- und Bewegungslehre. Die Bewegungstherapie eines Pferdes beginnt immer vom Boden aus, also ohne Gewichtsbelastung durch den Reiter!

Erst wenn das Pferd die entsprechenden Bewegungsabläufe verstanden hat und sie koordiniert und ausbalanciert wiedergeben kann (man könnte also sagen: mit sich selbst schon mal im Reinen ist) und medizinisch nichts mehr dagegen spricht, beginnt die Bewegungstherapie unter dem Sattel.

Bitte bedenken Sie:

Bewegungstherapie fordert vom Pferdebesitzer/Reiter immer mindestens den gleichen Einsatz wie vom Pferd!

 

Natürlich analysiere, diagnostiziere und behandle ich den Patienten zunächst immer selbst. Dennoch werden Sie von Anfang an zu 100%  in die Behandlung Ihres Pferdes miteinbezogen. Der schönste Therapieplan ist nur dann erfolgreich, wenn das Pferd zwischen den einzelnen Behandlungen, entsprechend des Therapieplanes bewegt/gearbeitet wird!

Ich lehre also nicht nur Ihr Pferd darin, sich möglichst gesund zu bewegen, sondern leite vor allem Sie darin an, Ihr Pferd eigenverantwortlich zu analysieren und korrigieren und bestmöglich zu bewegen, zu gymnastizieren und zu reiten.

Mein Ziel ist es, dass Sie und Ihr Pferd mich irgendwann nicht mehr brauchen (außer vielleicht zum jährlichen Routine-Check…) und zusammen weit besser arbeiten, als ich es je gekonnt hätte…

Terminvereinbarung unter:   0179 – 109 54 54  (Sollten Sie mich nicht direkt erreichen, weil ich gerade Patienten behandle, gerne auch per WhatsApp)

Rekonvaleszenz:  

(Latein: reconvalescere, valescere = heilen, genesen)

Die Rekonvaleszenzphase ist dementsprechend das Stadium des Heilungsprozesses in dem die Krankheitsanzeichen (Entzündung, Schmerz…) nach und nach schwinden und geschädigtes/verletztes Gewebe wieder hergestellt wird bis die vollständige Heilung des betroffenen Gewebes eingetreten ist.

In der Rekonvaleszenztherapie wird das heilende Gewebe nach allen Möglichkeiten medizinisch bis zur vollständig eingetretenen Genesung unterstützt. Je nach betroffener Gewebeart kann die optimale Versorgung ganz unterschiedlich ausfallen. Während manche Gewebe beispielsweise für die Heilung zwingend ruhiggestellt werden müssen, heilen andere besser unter leichter Bewegung etc. …

Im Rekonvaleszenztraining wird das erkrankte/verletzte Gewebe (soweit nötig) gezielt geschont, um den Heilungsprozess nicht zu stören, während der Rest des Pferdekörpers gezielt bewegt/trainiert wird. Primär, um Kreislauf und Stoffwechsel des Bewegungstiers Pferd in physiologischer Balance zu halten, teilweise sogar, um bewusst herabgesetzte/ausgefallene Funktionen des geschädigten Bereichs von den gesunden und belastbaren Bereichen übernehmen zu lassen.

 

Rehabilitation:

(Latein: rehabilitatio = Wiederherstellung)

Die Rehabilitationsphase beschreibt in der Pferdemedizin im engeren Sinn die  Zeit, die benötigt wird, um einen Patienten nach Erkrankung/Verletzung unter Einbeziehung aller therapeutisch relevanter und nötiger Maßnahmen wieder auf seinen ursprünglichen Leistungstand vor der Erkrankung/Verletzung zurückzuführen. Tatsächlich muss hier deutlich gesagt werden, dass das Ziel der vollständigen Rehabilitation in der Realität leider, je nach Art und Schweregrad der Erkrankung/Verletzung (und speziell bei Sportpferden in Bezug auf den vormaligen (Hoch)Leistungsgrad), nicht immer erreicht werden kann. Im weiter gefassten Sinn bedeutet die Rehabilitationsphase eines Pferdes daher: dauerhafte Schmerz- und Beschwerdefreiheit bei geringer bis zumindest annähernd normaler Belastbarkeit (und Reitbarkeit).

 

(Ich möchte hier kurz anmerken, dass in der Reha-Arbeit, die zunächst oft wie ein fader Kompromiss aus Wunsch und Wirklichkeit wirkt, oft geradezu Erstaunliches geschieht. Der Bezug zueinander und die Bindung zwischen Pferd und Mensch werden massiv gestärkt. In den meisten Fällen sind die Patientenbesitzer unglaublich stolz darauf, aber meist auch absolut überrascht davon, was ihre Pferde, trotz aller vorangegangener Zweifel und Schwierigkeiten, zu leisten bereit und fähig sind. Nicht wenige Pferd-Reiter-Paare entdecken durch die Reha, emotional wie reiterlich, ganz neue und erfüllendere Wege für sich…)

 

Im Rehabilitationstraining wird das ehemals erkrankte/verletzte Gewebe Schritt für Schritt wieder in die gesamtheitliche Bewegung und Belastung miteinbezogen. Schonhaltungen, ausgleichende und entlastende Bewegungen werden gezielt (soweit wie möglich) eliminiert, bis das Pferd wieder dauerhaft ein (möglichst) ausbalanciertes, symmetrisches, taktreines Gangbild bei ausgeglichener Belastung zeigt.

Je nach Art der Erkrankung/Verletzung finden die Phasen der Rekonvaleszenz und Rehabilitation strikt getrennt voneinander, im fließenden Übergang oder teilweise sogar zeitgleich statt. Dementsprechend unterschiedlich und individuell fallen auch die Therapie- und Trainingspläne für die jeweiligen Patienten aus.

In der Tiermedizin werden manuelle Therapien zur ganzheitlichen Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats eingesetzt. Der Fokus liegt dabei auf der passiven Mobilisation von Gelenken und dem Lösen von Verspannungen einzelner Muskeln oder Muskelgruppen.

 

Gelenkblockaden werden bei der Gelenkmobilisation sanft (niemals ruckartig! Die Verletzungsgefahr für die einzelnen Gelenkstrukturen wäre immens!) durch spezielle Techniken gelöst, um das betroffene Gelenk wieder seiner physiologischen Funktion zuzuführen, bzw. insbesondere  bei degenerativen Erkrankungen, die Gelenkfunktionen zu erhalten.

Akut schmerzhafte Gelenke, v.a. wenn Anzeichen für ein akutes Entzündungsgeschehen vorhanden sind, dürfen nicht chirotherapeutisch behandelt/mobilisiert werden. Sie bedürfen zuerst zwingend diagnostischer Abklärung (zumeist via bildgebender Verfahren) und gezielter Behandlung (medikamentell/konservativ/chirurgisch).

 

 

 

Während in der evidenzbasierten Humanmedizin anerkannte Verfahren der manuellen Therapie primär auf die chirotherapeutische Mobilisation von Gelenken und der Wirbelsäule zielen, bedarf es in der Pferdemedizin, auf Grund der verhältnismäßig großen und leistungsstarken Muskelmasse des Bewegungstiers Pferd, die Muskulatur physiotherapeutisch stets gleichwertig in die Behandlung miteinzubeziehen.

 

Pferde sind erstaunliche Bewegungskünstler. Leider können sie dadurch funktionelle Störungen und Beeinträchtigungen ihres Bewegungsapparates lange (und oft von ihren Besitzern unbemerkt, oder erst sehr spät bemerkt) kompensieren. Die Folgen sind dauerhafte muskuläre Verspannungen, muskuläre Dissymmetrien und Asymetrien bis hin zur Degeneration und Atrophie von Muskelfasern. Anhaltende muskuläre Dysbalancen beeinträchtigen (und stören dadurch) wiederum Gelenke und Nervenfasern/Nervengeflechte in ihrer natürlichen Funktion und Biomechanik und können sogar Gelenkfehlstellungen und/oder neurologische Symptome hervorrufen.

 

Im Sinne der ganzheitlichen Medizin werden im Rahmen der manuellen Therapie im Bedarfsfall zusätzlich Techniken zur Faszienbehandlung und Lymphdrainage eingesetzt.

Um die Behandlungserfolge manueller Therapien zu optimieren und langfristig zu etablieren, empfiehlt es sich, Pferd und Reiter parallel zur Behandlung und etwaigen Folgebehandlungen, in den individuell für den Patienten relevanten Bewegungsabläufen der passiven/aktiven Bewegungstherapie zu schulen.

 

 

Wann sollte ein Pferd physiotherapeutisch abgeklärt und manuell behandelt werden?

  • nach Erkrankungen, Verletzungen, Traumata und Operationen
  • während und nach der Rekonvaleszenz-/Rehabilitationsphase
  • nach längeren Stehphasen/Boxenruhe/ Bewegungsmangel
  • chronisch- degenerativen Erkrankungen (Arthrose, Spondylosen, Spat…)
  • Stoffwechselerkrankungen (PSSM, Cushing, EMS…)
  • Muskelschwund
  • angeborene/erworbene Fehlstellungen
  • Schmerzsymptomatik
  • Störungen im Bewegungsablauf (Schiefe, Steifheit, Verspannungen…)
  • Rittigkeitsprobleme (Kopfschlagen, Verweigern, Steigen, Buckeln…)
  • Verhaltensänderungen/-auffälligkeiten bis hin zu Aggression
  • unphysiologische/fehlerhafte Hufkorrektur/Hufbeschlag
  • nicht passender Sattel/Sattelzwang/Gurtzwang
  • unphysiologisches/falsches Training/reiterliche Defizite
  • Stuten nach Trächtigkeit/(Verdacht auf) deckaktbedingte Verletzungen
  • Hengste während und nach der Decksaison
  • Sportpferde vor dem Antraining/während und nach der Leistungsperiode
  • Jungpferde: nach Wachstumsschüben, vor/während des Anreitens
  • Altersbedingte Veränderungen

Terminvereinbarung unter:   0179 – 109 54 54  (Sollten Sie mich nicht direkt erreichen, weil ich gerade Patienten behandle, gerne auch per WhatsApp)

Je nach individuellem Bedarf setze ich bei meinen Patienten zur Optimierung der Behandlung begleitende Therapien ein:

  • Magnetfeldtherapie
  • Physikalische Therapien (Wärme- und Kältebehandlungen)
  • Akupunktur
  • Quaddeln
  • Blutegel
  • Analgetika (Schmerzmittel), Antiphlogistika (Entzündungshemmer), Sedativa (Beruhigungsmittel)
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